Reisen mit Gepäck

 

Irgendwann kommt bei vielen Motorrad Einsteigern der Punkt, an dem man mehr sehen möchte als nur die eigene Hausstrecke, die man schon in und auswendig kennt. Auch eine Ganztagestour ist irgendwann zu schnell zu Ende und auch hier ist der an einem Tag befahrbare Radius endlich.

 

 

Also wird es Zeit, endlich für mehrere Tage auf der Straße unterwegs zu sein und die Freiheit zu genießen, die unser Hobby nun einmal ausmacht.

 

 

Aber, wo bislang die Innentaschen der Motorradjacke oder vielleicht noch eine Bauchtasche ausgereicht haben, braucht man jetzt wesentlich mehr Platz. Schließlich wollen die wenigsten von uns abends in Motorradkleidung essen gehen und 5 Tage das gleiche T-Shirt tragen.

 

 

Also muss eine Möglichkeit des Gepäcktransports gefunden werden.

 

 

Der Markt bietet die unterschiedlichsten Lösungen für die Unterbringung von Gepäck auf dem Motorrad an.

 

 

Für die erste Tour und um erst einmal auszuprobieren, ob man überhaupt Spaß an Mehrtagesreisen hat, empfehle ich eine Gepäckrolle. Diese sind günstig in Anschaffung, leicht und einfach am Motorrad zu befestigen. Je nach Modell sind sie in der Regel auch wasserdicht.

 

 

Die Rollen werden je nach Ausführung von oben (wie ein Seesack) oder seitlich (wie eine gewöhnliche Reisetasche) befüllt. Die Befestigung erfolgt meistens auf dem Rücksitz mit Hilfe von Spanngurten oder Expandern. Ich verwende im Bedarfsfall immer Spanngurte. Wer jemals einen Expander losgelassen und ins Gesicht bekommen hat, weiß warum….

 

 

Eine Gepäckrolle hat allerdings auch einige Nachteile. Ordnung halten in einer Rolle? Fehlanzeige.  Bei mir herrscht in Gepäckrollen spätestens ab dem dritten Tag das absolute Chaos und ich schütte am Abend im Hotel den gesamten Inhalt auf den Boden meines Hotelzimmers um etwas zu finden.

 

 

Der Diebstahlschutz einer Rolle ist nicht besonders gut. Es empfiehlt sich daher die Rolle mit Hilfe eines Kabelschlosses zu sichern, wenn man das Motorrad verlässt.

Man will schließlich nach Rückkehr von der Stadtbesichtigung keine böse Überraschung erleben.

 

 

Bis vor einigen Jahren habe ich auch Chopper gefahren. Passend zum Motorrad bieten sich hier Satteltaschen aus Leder an.

 Ich habe mich mit dieser Form des Gepäcktransports allerdings nie sonderlich anfreunden können. Die Satteltaschen werden häufig starr Motorrad befestigt. Also stellt sich das Problem, wie man sein Gepäck am Abend ins Hotelzimmer bekommt. Die Verwendung von Plastiktüten hinterlässt an der Hotelrezeption häufig einen etwas merkwürdigen Eindruck. Innentaschen, die oft von den Herstellern angeboten werden, reduzieren das Packvolumen erheblich.

Die Wasserdichtigkeit  tendiert gegen null. Und da Leder und Wasser von Haus aus nicht die besten Freunde sind, werden oft Kunststoff Hüllen angeboten, die über die Taschen gestülpt werden können. Aber…, wenn ich für jede Hülle, die mir im Laufe der Jahre auf der Autobahn weggeflogen ist, fünf Euro bekommen hätte, wäre ich heute ein reicher Mann…

 

 

Da man die Ledersatteltaschen in den meisten Fällen nicht abschließen kann, sieht es mit dem Diebstahlschutz eher mau aus. Ich hatte jedenfalls nie ein gutes Gefühl, mein Motorrad so in der City einer Metropole unbeaufsichtigt abzustellen.

 

 

Bis auf das Thema „Wasser Dichtigkeit“ gelten die aufgeführten Einwände, meiner Meinung nach ebenso für Satteltaschen aus Kunststoff.  Allerdings muss ich zugeben, dass ich diese Gepäckform bis dato noch nicht in Gebrauch hatte.

 

 

Für Minimalisten kommt auch ein Tankrucksack in Frage. Perfekt auf dem Schwerpunkt des Motorrads positioniert eignet er sich vor allen für schwere Zuladung.

 

Tankrucksäcke können auf unterschiedlichste Weise am Motorrad befestigt werden. Die häufigsten Varianten sind Magnete, Riemen oder Tankringe. Ich verwende aktuell ein Model von Hepco & Becker, welches die Befestigung am Tankring und Magnete kombiniert.

 

 

Natürlich ist das Gepäckvolumen eines Tankrucksacks begrenzt. Aber für eine oder zwei Nächte ein wirkliche Alternative.

Mit Hilfe eines kleinen Schlosses an den Reisverschlüssen und befestigt mit einem Kabelschloss am Lenker, ist der kleine Alleskönner gut vor Gelegenheitsdieben geschützt.

Mittlerweile werden auch vermehrt wasserdichte Modelle angeboten.

 

Ansonsten ist ein Tankrucksack immer gut für die Aufbewahrung von allem, was während der Fahrt einfach und schnell erreichbar sein muss, z.B. Kamera, Kartenmaterial oder Getränke.

 

 

Für meine persönlichen Bedürfnisse sind Alu-Koffer optimal. Bei entsprechender Größe (ich verwende 45 Liter) nehmen Sie alles auf, was man auf längeren Touren braucht.

Die Koffer sind in der Regel 2 fach abschließbar. Einmal zur Sicherung am Motorrad und dann der Koffer an sich.

Probleme mit Wassereinbrüchen sind kein Thema, da hochwertige Koffer über Gummidichtungen verfügen. Ich vertraue daher meinen Koffern z.B. auch meinen Laptop an.

Durch das große Packvolumen können auch Innentaschen verwendet werden, die man einfach mit ins Hotel nimmt. Die Koffer bleiben am Motorrad.

Außer dem Preis fällt  mir kein Nachteil von Alu-Koffern ein. Nur das sie leider die teuerste Variante der Gepäckbeförderung darstellen.

 

 

Zusätzlich zu einer Koffer Lösung bietet sich auch ein Top-Case an. Für eine kurze Reise nimmt es mit Hilfe einer Innentasche alles auf, was man für eine oder auch zwei Nächte unterwegs braucht.

Wenn die Größe passt, kann ein Top-Case auch bei der leidigen Frage, wo der Helm sicher unterbracht werden kann helfen.

 

 

Für welche Gepäckvariante man sich final entscheidet muss jeder Fahrer für sich persönlich entscheiden.

 

 

Zum Schluss noch ein paar Tipps zum Thema Beladung:

 

 

·         Je weniger Gepäck man mitnimmt, umso besser.

 

·         Unbedingt das zulässige Gesamtgewicht des Motorrads beachten.

 

·         Bei Bedarf muss die Gabel- und Federbeineinstellung angepasst werden.

 

·         Die schwersten Gepäckstücke gehören in die Nähe des Schwerpunkts, z.B. in den Tankrucksack.

 

·         Die Bewegungsfreiheit darf durch Gepäck nicht eingeschränkt werden.

 

·         Der Reifendruck ist entsprechend der Zuladung anzupassen.

 

·         Ein vollgepackter Tankrucksack darf den Lenkeinschlag nicht beeinträchtigen.

 

·         Seitenkoffer müssen gleichmäßig beladen werden.

 

·         Gepäckstücke müssen gut befestigt sein und dürfen nicht flattern.

 

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